Josefskapelle Erfweiler-Ehlingen

Baugeschichte
Der Bau der Josefskapelle geht in das Jahr 1866 zurück. Die Gemeinde, mit ihrem Pfarrer Anton Pfeiffer, hat am 24. Juni 1866, vor Beginn des Krieges zwischen Preußen und Österreich mit Sachsen und Bayern um die Vorherrschaft in Deutschland, ein Gelübde abgelegt, dass man zu Ehren des Hl. Josef eine Kapelle bauen wolle, wenn alle Kriegsteilnehmer unversehrt heimkommen und der Ort von Kriegswirren verschont bleibe. In der Bevölkerung waren noch die Folgen des Krieges gegen die Franzosen um 1793 und die Durchzüge der Soldaten Napoleons, mit Plünderungen und Zerstörungen in unguter Erinnerung.
Die entscheidende Schlacht fand am 3. Juli 1866 bei Königgrätz statt, bei der Preußen als Sieger hervorging. Es kam zu keinen weiteren Kriegshandlungen. Dank der Umsicht Bismarcks gestaltete sich der folgende Frieden für alle Beteiligten günstig. Alle Kriegsteilnehmer aus Erfweiler-Ehlingen kehrten unversehrt in die Heimat zurück.
Die Gemeinde hat dann, wie versprochen, auf einer Wiese rechts des Weges zum Hölschberg eine Kapelle zu Ehren des Hl. Josef erbaut. Bereits am 21. Juni 1867 wurde der Grundstein gelegt. Nach den Plänen des Bauschaffners Dr. Wolgert aus Blieskastel, wurde in den beiden folgenden Jahren die Kapelle erbaut. Alle Arbeiten erfolgten ohne Bezahlung durch Handwerker und Bauern aus der Gemeinde und vieler Wohltäter des Bliesgaues. Erwähnt wird von Pfarrer Pfeiffer auch, dass die Hüttenwerksbesitzer Gebrüder Krämer aus St. Ingbert, obwohl Protestanten, die eisernen Fensterrahmen und das Turmkreuz anfertigen ließen.
Am 24. Oktober 1869 hielt Pfarrer Niedhammer aus Bergzabern die erste Heilige Messe in der Kapelle und Pfarrer Carl Hofherr aus Blickweiler hielt vor einer großen Anzahl Verehrer des Hl. Josef die Festpredigt. Ab dieser Zeit erfolgten in der Kapelle in regelmäßigen Abständen Andachten, Messfeiern und Feiern zu Festen des Hl. Josefs.
Es folgten weitere Ausstattungen der Kapelle mit Relief der Hl. Familie über dem Altar, mit einem Altar in Holz und die Kreuzwegstationen sowie die Statuen des Hl. Josef und des Hl. Wendalinus. Ab 1928 wurde der Turm ergänzt, eine neue Glocke beschafft und der Fußboden erneuert. Im letzten Kriegsjahr 1945 wurde das Dach schwer beschädigt. Dies wurde nach Kriegsende umgehend wieder erneuert. Im Laufe der Jahre hat es immer wieder notwendige Bauunterhaltungen an der Kapelle gegeben. Im Jahre 1964-65 erfolgte unter Pfarrer Heinrich Giehl eine Trockenlegung der Wände mit Erneuerung der Anstriche innen und außen. Im gleichen Jahr wurden von einem Bürger neue Bänke gestiftet. Ab 1990 wurde der Glockenturm mit Kupferblech verkleidet und das Kreuz erneuert. Im Jahr 1994 konnten Dank der Hilfe und der Initiative des Pfarrers Johannes Schirmer aus Oberwürzbach neue Buntglasfenster mit Stahlrahmen und Schutzverglasungen eingebaut werden. Die acht Fenster, nach Motiven aus dem Leben des Hl. Josef, wurden alle gestiftet. Nach dem Unwetter mit Orkanstärke am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 wurden die alten Fichten um die Kapelle gefällt und durch junge Lindenbäume ersetzt. Zuletzt wurde der Zuweg zur Kapelle in Kalksteinpflaster neu angelegt, das Gelände eingeebnet und begrünt. So ist die Josefskapelle nach wie vor ein Kleinod der Gemeinde und ein weithin erkennbares Wahrzeichen des Ortes Erfweiler-Ehlingen in der Gemeinde Mandelbachtal.