Erfweiler-Ehlingen

Abschlussbericht zum Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – Teil 1

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Abschlussbericht des Bundeskommission liegt nun vor. Da hier sehr viele Aspekte beleuchtet sind, möchte ich diesen in mehreren Teilen. Teil 1 beschäftigt sich mit unserem Ort als Ganzes.

Michael Abel, Ortsvorsteher

Erfweiler-Ehlingen im Profil

Das Doppeldorf Erfweiler-Ehlingen im Biosphärenreservat Bliesgau, Kreis Saarpfalz, ist ein klassisches Straßendorf, das sich schon im Mittelalter aus zwei unabhängigen Siedlungskernen entwickelt hat. Ein herrlicher Streuobstgürtel umgibt den Ort bereits seit dem 19. Jahrhundert. In der Ebene beherrschen Äcker das Landschaftsbild. An den Hängen und dem Hochplateau überwiegen Wiesen, Weiden und Wald. Naturbelassene Areale, wie beim Brühlbach, runden das Gesamtbild ab. Der Ort beeindruckt durch die hohe Dichte an denkmalgeschützten Bauwerken, insbesondere rund um die Kirche. Bei der Oberflächengestaltung, dem erst 2009 von den Bürgern in Eigenleistung errichteten Josefsbrunnen wie auch beim Neubau des Busbahnhofs, wurde auf die Verwendung landestypischer und historischer Materialien geachtet. Das Neubaugebiet passt sich durch eine durchdachte Begrünung gut ein, was die Harmonie des Ortsbilds unterstreicht.

Rundum versorgt

Die Jüngeren streben in die Ortsmitte. Die nachfolgende Generation übernahm Altgebäude, Neubürger erschlossen Baulücken. Häufig sind es gerade diese jungen Familien, die sich im Ort engagieren. Mit einer gesicherten Nahversorgung, einem umfangreichen Dienstleistungsangebot, guter Infrastruktur und einer für einen Ort in dieser Größe überdurchschnittlichen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bietet Erfweiler-Ehlingen mitten im Grünen ein anregendes Lebensumfeld. Die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebietes ,,Große Heide" an der Bundesstraße 423 als Anknüpfung an das bestehende Gewerbegebiet in Blieskastel-Assweiler erweiterte das schon vorhandene Angebot und schaffte zahlreiche neue Arbeitsplätze. Seit 2013 ist dort auch eine Rettungswache rund um die Uhr besetzt. Fußgänger erreichen das Gebiet leicht über einen Kalkschotter-Weg, für den der Ortsrat die erforderlichen Mittel bereitstellte.

Obstbäume für Kinder

In Erfweiler-Ehlingen steht Obst im Zentrum. Schon die Schüler üben sich im Obstbau. So stiftet der Landrat jeder Schulklasse einen Obstbaum, der von den Mädchen und Jungen gepflegt wird und dessen Obst sie nach der Ernte selbst verarbeiten. Kein Wunder, dass die jungen Erfweiler-Ehlinger auch mit seltenen Apfelsorten vertraut sind. Der Obst- und Gartenbauverein, der schon durch seine Mitgliederzahl eine herausragende Stellung einnimmt, pflegt zusammen mit dem Naturschutzverein und dem Naturschutzbeauftragten den Obstbaumring. Seine aus dem heimischen Anbau erzeugten Brände sind mehrfach prämiert. Gefragt sind auch die zahlreichen kulturellen und sportlichen Möglichkeiten des Ortes, wie die Theatergruppe mit mehr als 100 Akteuren, der Musikverein „Frohsinn", der Tanzsportverein „Orchidee" oder der Fußball-Club. Natur- und Wanderfreunde finden in der als Premium Wanderweg ausgezeichneten "Bliesgau Tafeltour", in speziellen Fitnesswegen oder dem Kneipp-Rundweg beste Bedingungen. Einmal im Jahr feiert das ganze Dorf das Fest „Rund um den Römerturm".

Mit Schwung in die Zukunft

Wertschätzen, Sichtbarmachen und Erhalt der natürlichen Ressourcen sowie der dörflichen Besonderheit ist die Maxime der Erfweiler-Ehlinger Bürger. Die Arbeitskreise „Kinder und Jugend im Dorf" und „Dorfgeschichte" sind dabei schon lange entscheidende Plattformen. Projekte wie der Neubau einer interkommunalen Kindertagesstätte gemeinsam mit Ommersheim oder die Erweiterung des Gewerbegebietes sind kurz vor der Umsetzung. Vorausschauend planen die Erfweiler-Ehlinger schon jetzt ihr großes Jubiläum: die 800-JahrFeier im Jahr 2023.