Erfweiler-Ehlingen

Streuobstwiesenprojekt an der Arnold-Rütter-Schule ins Leben gerufen

Am Freitag Vormittag letzter Woche versammelten sich an der Wiese neben dem Schulhof das gesamte Kollegium der Schule mit der Schulleiterin Frau Gerlinde Garcia an der Spitze, die Schülerinnen und Schüler der achtklassigen Grundschule sowie Bürgermeister Gerd Tussing, Ortsvorsteher Michael Abel, Jan Faßbender vom Biosphärenzweckverband Bliestal, die Vertreter der als Partner beteiligten Ortsvereine des Obst- und Gartenbauvereins, des Natur- und Vogelschutzvereins, des Schulfördervereins, der Naturschutzbeauftragte Wolfgang Welsch sowie die Grundstückseigentümer Benno und Mechthild Bubel.

Hintergrund des Projektes ist es, die Schulkinder bereits früh mit der Natur und ihren Möglichkeiten vertraut zu machen. Landrat Dr. Theophil Gallo stiftete, begeistert von der Idee, spontan acht junge Apfelbäume, für jede Schulklasse einen. Schulleiterin Gerlinde Garcia zeigte sich erfreut, dass ein solches Projekt gerade vor der Haustür der Schule zustande gekommen ist und dankte den Initiatoren der Maßnahme für ihr Engagement. Die Schulkinder dankten mit einem herzerfrischenden Lied über den Frühling. Benno Bubel verwies darauf, dass die Obst- und Gartenbauvereine schon lange über fehlendes Interesse bei den jüngeren Menschen klagen und der Mitgliederschwerpunkt eher bei der älteren Generation liege. Deshalb sei es wichtig, schon die Kinder an die Abläufe in der Natur heranzuführen. Auch sehe er die Schule ihrem Namensgeber Arnold Rütter gegenüber in der Pflicht, da dieser sich in seiner Zeit als Pfarrer von Erfweiler-Ehlingen (1875-1907) als absoluter Fachmann im Bereich des Obstbaues hervorgetan hat und im Bliesgau, wie kein anderer, den Menschen umfangreiche Kenntnisse über den Obstbau vermittelt hat. Bürgermeister Gerd Tussing und Ortsvorsteher Michael Abel zeigten sich ebenfalls erfreut, dass über Vereinsgrenzen hinweg ein solch tolles und sinnvolles Projekt ins Leben gerufen werden konnte. Die Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins, Frau Rita Karr, überreichte einen Nistkasten für die Blaumeise. Während sich alle anderen männlichen Anwesenden nun an die Arbeit machten, um die acht jungen Apfelbäume der Sorten Alkmene, Florina, Luxemburger Triumph, Geheimrat Oldenburg, Jakob Fischer, Roter Berlepsch, Rote Sternrenette und Topaz in die vorbereiteten Pflanzlöcher einzupflanzen, war es dem 1. Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Herbert Gemperlein vorbehalten, die rund 170 Schülerinnen und Schüler mit Apfelsaft aus der vereinseigenen Mosterei zu beköstigen. Dabei hatte er alle Hände voll zu tun. Bereits in ein paar Jahren dürfen die Kinder der nachfolgenden Schülergeneration selbst die Äpfel ernten und zusammen mit den Lehrkräften bei der Zubereitung von Speisen verwerten bzw. in die Mosterei des Obst- und Gartenbauvereins zur Herstellung von Apfelsaft bringen.

Damit lernen schon die Kinder im Grundschulalter, was es heißt, Verantwortung für die Schätze der Natur zu übernehmen und daraus Nutzen zu ziehen. Die unmittelbar in der Nähe der Streuobstwiese wohnende Obstbaumfachwartin Martina Stemmler wird die Bäume fachlich überwachen und pflegen.

Bild Streuobstwiesenprojekt