Erfweiler-Ehlingen

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Volkstrauertag ist der Erinnerung an die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaften gewidmet, er mahnt auch in der Gegenwart zum Frieden.

In fast jeder Gemeinde Deutschlands treffen sich Menschen an diesem Novembertag, um der Kriegstoten zu gedenken und – notwendiger denn je – damit ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Die Einbeziehung der aktuellen Geschehnisse in unser Erinnern und Gedenken mahnt uns an unser aller Aufgabe: aus den Lehren der älteren und jüngeren Geschichte die Fähigkeit zur Versöhnung und die Instrumente zur Förderung eines gerechten Friedens, zur Wahrung der Menschenrechte, zur Wahrung gerechter Wohlfahrt für alle zu entwickeln.

Nur so können die Ursachen für Krieg und Gewalt, Flucht und Vertreibung wirksam bekämpft werden.

Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union und durch das Zusammenwachsen Europas in einem Prozess des Ausgleichs, der gemeinsamen Interessen und der Friedenssicherung eingebunden.

Gegenwärtig gefährden jedoch nationale Eigeninteressen und Zwietracht die Einheit Europas.

Europa als politisches Projekt der Einigung und des Friedens muss immer wieder neu ins Bewusstsein gebracht werden.

Auch diese politische Leistung, die nach dem Krieg durch entschiedene Europäer wie Schumann, de Gasperi oder Adenauer angestoßen wurde, darf nicht als Selbstverständlichkeit gesehen werden.

Wir brauchen diese Momente des Innehaltens und der Trauer, um die Erinnerung an Leid und Tod, die mit Krieg und Gewaltherrschaft über die Menschen gebracht wurden, wachzuhalten.

Der Volkstrauertag ist dafür besonders geeignet. Er ist nicht mehr nur der Tag, an dem Menschen nur erinnernd und trauern zurückblicken.

Es ist ein Tag, der uns erinnert, dass der Frieden nicht selbstverständlich ist – und dass die Arbeit für den Frieden keineswegs ein Auftrag allein an diese staatliche Politik sein kann.

Es bleibt uns zu hoffen, keinen Krieg erleben zu müssen und dass die Menschenwürde eines jeden zu wahren ist.

Ich danke der Bläsergruppe unseres Musikvereins,
der Freiwilligen Feuerwehr Erfweiler-Ehlingen,
Frau Rita Karr vom VdK
Frau Hildegard Rinck von der Kirchengemeinde
und Ihnen, dass Sie heute hierhergekommen sind, um der vielen Frauen, Männer und Kinder aus unserem Land und vielen anderen Ländern zu gedenken, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror geworden sind.

Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Mandelbachtal für die Reinigung und Herrichtung des Ehrenmales.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, und bitte Sie, nun mit mir der Toten kurz zu gedenken, wenn ich als Symbol für dieses Gedenken den Kranz der Gemeinde Mandelbachtal zu diesem Anlass niederlege.

Michael Abel, Ortsvorsteher