Ein bronzezeitlicher Schatzfund im Acke

Bei systematischen Feldbegehungen auf Äckern der Gemarkungen von Erfweiler- Ehlingen (Gemeinde Mandelbachtal) und Aßweiler (Stadt Blieskastel) im Saarpfalz-Kreis fand der ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes Hans Cappel im Juni 2007 ein bronzenes Tüllenbeil aus der Späten Bronzezeit (9. Jahrhundert vor Chr.). Schon 4 Jahre zuvor hatte er lediglich durch oberflächliches Absuchen an gleicher Stelle das Bruchstück eines Bronzebeils mit oberständigen Schaftlappen und seitlicher Öse aus diesem Zeitraum entdeckt.
Da solche Beile gemeinsam in so genannten Hort- oder Versteckfunden angetroffen werden, schien sich die Vermutung zu bestätigen, dass man hier vor 2900 Jahren einen größeren Schatz vergraben hatte.
Offensichtlich war er infolge landwirtschaftlicher Betätigung mit dem Pflug an die Oberfläche gekommen.

In der Hoffnung noch weitere Gegenstände oder vielleicht sogar den ursprünglichen Vergrabungsort finden zu können, begann das Landesdenkmalamt nach der Maisernte am 15. Dezember 2007 mit der Suche.
Schon bald konnte mit Hilfe eines Metalldetektors ein vereinzeltes Bronzebeil geortet werden. In der Folge stellten sich auf kleinerer Fläche weitere Funde ein. Sofern der Pflug nicht alles zerstört hatte, schien die Lokalisierung des Hortes nur eine Frage der Zeit.
Die bangen Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. An der Stelle eines starken Metallausschlags lagen, nur 0,20 m tief, im Unterteil eines schwärzlichen Tongefäßes noch 28 Bronzegegenstände „in situ“. Neben dem Tüllenortband von der Scheide eines Schwertes, einem Tüllenmeisel, verschieden großen Gußbarren, Sicheln, Armringen und einem oberständigen Schaftlappenbeil fanden sich dabei auch eine kleine Phalere und vier Ringgehänge, die anscheinend zum Pferdegeschirr gehörten. Offensichtlich hatte man ehemals ein ganzes Gefäß mit Inhalt in einer Grube von 0,60 m Durchmesser aufrecht stehend deponiert. Aufgrund der geringen Auffindungstiefe darf weiter von einer hügelartigen Überdeckung ausgegangen werden. Zusammen mit mindestens 24 weiteren Objekten aus einem Umfeld von bis zu 10 m, darunter Bruchstücke von Sicheln, Armringen, weiteren Gußbarren, Tüllenmesser und schweren Schaftlappenbeilen mit bis zu 370 g Gewicht, wog der Bronzedepot über 6 kg.

Seine Zusammensetzung aus Gußbarren, Sicheln und Bruchmaterial unterscheidet sich jedoch deutlich von dem im Saar-Moselraum ansonst bekannten, kultisch interpretierten Horten mit Pferdegeschirr, Waffen und Frauenschmuck.
W. Reinhard
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